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Freitag, 12. September 2014

Über die Notwendigkeit des Sinnsuchens



Gelegentlich bin ich der Auffassung begegnet, dass es eigentlich keinen Sinn mache, groß über den Sinn des Lebens nachzudenken. Wenn es ihn tatsächlich geben sollte, bliebe er uns sowieso verborgen. Stattdessen wäre es am sinnvollsten, einfach zu leben.

Ich persönlich finde aber den Ansatz des Aristoteles interessanter. Der besagt nämlich, dass die menschliche Fähigkeit über das Leben nachdenken zu können gleichzeitig eine dem Menschen gestellte Aufgabe ist. Er leitet diesen Gedanken quasi aus der Tier- und Pflanzenwelt ab. Dort sind die angeborenen Mittel und Fähigkeiten gekoppelt mit ihrer Ausübung. Ein Adler, der Flügel und „Greifer“ hat, würde an seiner Bestimmung vorbeileben und verhungern, wenn er nicht auch Beides zur Anwendung bringen würde. Auch ein Apfelbaum, der keine Äpfel hervorbringen würde, würde seiner naturgegeben Bestimmung nicht gerecht.

Wenn dem Menschen die Erkenntnisfähigkeit also wirklich innewohnt, und wer wollte dies bezweifeln, so sollte er sie auch anwenden. Letztlich wohl auch mit dem Ziel, um mit Goethes Faust zu sprechen, zu erkennen „was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.“ In diesem Sinne ist es letztlich egal, ob Suche nach dem letzten Sinn, der absoluten Wahrheit zu einem Ergebnis führt oder nicht. Der Mensch muss, will er sich und seine angeborenen Fähigkeiten nicht verleugnen, zum Forscher und Wahrheitssucher werden.
   
Und dies muss nicht erfolglos verlaufen. Um im Bilde zu bleiben: Wenn der Adler mit seinen angeborenen Fähigkeiten auch tatsächlich Beute macht, warum sollte der Mensch nicht auch erkennen können, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält!? Mehr zu diesem Thema kann man auf meiner Homepage lesen. Durch dramatische Erlebnisse bin ich 1985 zum christlichen Glauben gekommen. In „Im Banne des Bösen“ habe ich sie niedergeschrieben. Viel Spaß und persönlichen Gewinn beim Lesen der Geschichte: Im Banne ...

Montag, 11. August 2014

Nicolaus von Cues: Die Notwendigkeit einer Offenbarung Gottes

das Foto ist von http://www.bigfoto.com/

 
Nicolaus von Cues war ein bedeutender Kirchenmann des 15. Jahrhunderts. Aber er war auch ein bedeutender Philosoph. So hat er den Menschen als einen „wissenden Nichtwissenden“ bezeichnet. Wie aber ist das zu verstehen?

Nach Cusanus ist der Mensch von Natur aus aber auch in seinem Denken der Endlichkeit unterworfen. Er kann sich weder das „größte Größte noch das „größste Kleinste“ vorstellen. Damit ist seine eingeschränkte Erkenntnisfähigkeit offenbar. Er kann nur innerhalb eines endlichen Rahmens Wissen mehren, aber mit der Möglichkeit des IRRTUMS, da er das große Ganze, die Gesamtwirklichkeit, nicht kennt.
     Und da nun kommt Gott für ihn ins Spiel. ER ist für Cusanus der Urgrund alles Seins, die absolute Wahrheit, die alles durchdringende Wirklichkeit. Zu der aber der endliche Mensch trotz Vernunft und Bemühens nicht von sich aus vordringen kann. Der Weg von unten nach oben ist blockiert, alle aufgestellte Himmelsleitern waren/sind ein eher kläglicher Versuch, Gott zu beweisen oder finden zu wollen. Es ist vergebens!

Aber an diesem Punkt tiefster Resignation und Hoffnungslosigkeit schwenkt Cusanus plötzlich um: „Wenn alle menschliche Initiative versagt kommt es einzig und alleine auf die Initiative Gottes an. Alle Möglichkeit, mit Gott in Berührung zu kommen, entspringt dessen ureigenster OFFENBARUNG.“
     Die Offenbarung Gottes, und nur sie, führt nach Cusanus zur Erkenntnis der eigentlichen WAHRHEIT. Und die wird nicht jedem zuteil: „Gott ist verhüllt vor den Augen aller Weisen, aber er offenbart sich den Kleinen oder Demütigen, denen er Gnade schenkt!“

Was Cusanus hier als des Menschen höchsten Sinn und Ziel beschreibt, also die empfangene GOTTESOFFENBARUNG, entspricht in etwa auch meiner persönlichen Überzeugung. Wurde mir doch 1985, nach vielem vergeblichen Herumirren, eine solche OFFENBARUNG GOTTES zuteil. Seit jener Zeit bin ich Christ.
    Persönlich denke ich, den SINN des Lebens gefunden zu haben. Die Erlebnisse der damaligen Zeit, die am Ende in jener Offenbarung Gottes und meinem CHRISTSEIN mündeten, habe ich in einem Buch niedergeschrieben, was frei und kostenlos zugänglich ist: hier

Sonntag, 15. Juni 2014

Ein Tag im Leben kann alles verändern


Es war am Pfingstmontag 2014  gewesen, als ich am frühen Abend hinter dem Kölner Hauptbahnhof draußen im Cafeteriabereich saß und einen Kaffee trank. Der Himmel hatte sich bedenklich zugezogen und es wehte schon ein kräftiger Wind. Aber nichts Beunruhigendes.
    Plötzlich, von einer Sekunde auf die nächste, spürte ich von hinten eine heftige Windbö und blickte mich um. Im nächsten Moment kam ein großer Sonnenschirm auf mich zu und die schwere Hauptstange krachte knapp neben mir auf den Tisch. Auf der Terrasse brach Panik aus, ein orkanartiger Sturm hatte eingesetzt und ich flüchtete mit den meisten Anderen ins Cafe.
    In solchen Momenten handelt man mehr oder weniger instinktiv. Aber im Nachhinein habe ich mir schon die Frage gestellt, was passiert wäre, wenn mich die Stange am Kopf getroffen hätte. Möglicherweise wäre dieser Artikel niemals geschrieben worden.
 
Als ich am nächsten Morgen mein Hotel verließ und mich auf den Weg zur Uni machte, war ich etwas missmutig gestimmt. Alles herum erschien mir so profan und bedeutungslos. Plötzlich kam ein Satz in den Sinn: Every day in life can change everything. Überrascht blieb ich stehen und dachte: Ja, das stimmt!
    Wie ein Sonnenstrahl, der durch eine graue Wolkendecke bricht, erhellte dieser Gedanke mein Gemüt. Mag auch manches noch so trostlos und hoffnungslos im Leben erscheinen, gerade heute könnte der Tag sein, der dem Leben eine völlig neue Richtung gibt. Und es muss ja nicht gleich der "Himmel" sein, der einem in Form einer dicken Stange auf den Kopf fällt.

Sonntag, 6. April 2014

Das Nietzsche-Argument




Ein Christ wähnt sich natürlich in dem Glauben, dass ihn ein allmächtiger gütiger Gott schützt und leitet. Und, wie ich das aus persönlicher Erfahrung sagen möchte, hat er auch gute Gründe für diese Überzeugung.

Gleichwohl sollte man auch als Christ die Kritiker des Glaubens nicht einfach so als Unwissende oder Ahnungslose abtun. Sie führen Argumente ins Feld, die auf den ersten Blick durchaus plausibel erscheinen.

   So lässt der berühmte Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) seinen "Zarathustra" sagen (sinngemäß zitiert): "Weil sie den Gedanken an ihre eigene Endlichkeit nicht aushalten können, deshalb haben die Menschen sich einen Gott und ein Jenseits erschaffen!" Ein harter Vorwurf! Aber wer wollte abstreiten, dass Angst tatsächlich eine Triebfeder für allerlei Illusionen, Ausflüchte und Wunschträume sein kann.

Aber ist es so, wie Nietzsche behauptet? Ist es tatsächlich die Angst vor der ewigen Nicht-existenz, welche die Menschen scharenweise in den Glaubenswahn treibt? Ich möchte behaupten, dass dies keine zwingende Logik ist.
   Natürlich kann der Gedanke an die eigene Endlichkeit schon ziemlich schockierend und furchteinflössend sein. Ich erinnere mich, dass ich als Student und Nichtgläubiger einmal mit dem Fahrrad auf einer recht verkehrsreichen Strasse fuhr. Plötzlich kam mir der Gedanke: "Ein Fehler, und alles kann vorbei sein! Dann existierst du nicht mehr!"
  

    Das hat mir damals einen solchen Schrecken eingejagt, dass ich auf den Seitenstreifen fuhr. Ich bin aber nicht unbedingt auf die Idee gekommen, nun gläubig werden zu müssen. Sondern nur vorsichtiger mit dem einen, mir zur Verfügung stehenden, Leben umzugehen.
     Und ich denke, dass dies der Punkt ist. Die Entdeckung der eigenen Endlichkeit kann die Frage nach dem Sinn des Lebens aufwerfen. Aber wird bei den meisten Menschen nicht zwangsläufig zum Gläubigwerden führen. Da bedarf es schon etwas mehr als die Angst vor dem Tode und drohender Nichtexistenz. Bei mir waren es konkrete Erlebnisse: 

Meine Bekehrungsgeschichte (bitte anclicken)

Jenseits von Eden oder die Sehnsucht nach dauerhaftem Glück




Das Alte Testament (Bibel) beginnt mit der Erschaffung der Welt und des Menschen. Wir erfahren, dass Adam und Eva vollkommen glücklich an einem Ort lebten, den die Bibel “Paradies” oder “Garten Eden” nennt. Dann aber führte ein schwer wiegendes schuldhaftes Versagen zur Vertreibung aus jenem Garten Eden und zu einem mühseligen, sterblichen Leben jenseits von Eden. 
   Und es führte kein Weg zurück: „Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.“ (1. Mose 3, 23+24)

Nun mag dem modernen, aufgeklärten Menschen von heute die Schöpfungsgeschichte als ein nettes „Märchen“ erscheinen, das im Widerspruch zu naturwissenschaftlich-evolutionären „Erkenntnissen“ steht. Gut, lassen wir mal das Thema Schöpfungsglaube versus Evolutionstheorie außen vor, aber eines ist wohl unleugbar: Im Menschen wohnt jene unstillbare Sehnsucht nach einem dauerhaftem Glückszustand an einem paradiesischem Ort. 
    Und gleichzeitig spüren wir und machen die tägliche Erfahrung, dass ein “dauerhafter Glückszustand” ein unerreichbares Ideal ist. Wir definitiv jenseits von Eden leben und den Weg zurück nicht kennen oder finden.

Unser Leben im “Jammertal” hat uns bescheiden gemacht oder uns resignieren lassen. Man muss sich halt mit dem zufrieden geben, was man so vorfindet und versuchen, das Beste daraus zu machen. Und wenn dann das Ende kommt, dann war es das halt! Ein Pragmatismus, der sich nicht irgendwelchen schmerzlich-süßen Sehnsüchten oder Illusionen hingeben will, die sowieso nichts bringen.
    Als Jesus zwischen zwei Schwerverbrechern am Kreuz hängt und sich einer der beiden an ihn wendet: »Denk an mich, Jesus, wenn du deine Herrschaft antrittst!« und der antwortete ihm: »Ich versichere dir, du wirst noch heute mit mir im Paradies sein.« (Lukas 23, 42+43)
    Liegt hier vielleicht die Antwort auf unsere tiefe Glückssehnsucht? Gibt es doch einen Weg zurück ins Paradies? Gibt es ihn also doch, jenen Ort des dauerhaften Glücks, den wir hier so schmerzlich vermissen? Die Bibel macht Mut, dies zu glauben.