Sonntag, 6. Juli 2014

Von der Absichtlichkeit des Zufalls im Leben des Einzelnen


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In seinem Buch „Der Zufall und das Schicksal“ (1950) schreibt Wilhelm von Scholz: „Es ist immer sehr leicht und sehr unwissenschaftlich, immer gleich das Eingreifen einer höchsten Macht und ihrer Absichten als Erklärung zur Hand zu haben, wo eine Absichtlichkeit in den Geschehnissen zu walten scheint.“ Der Autor warnte hier also davor,  allzu leichtfertig mit der Annahme eines göttlichen Wirkens bei ungewöhnlichen Zufällen oder Geschehnissen zu sein. Man sollte sich doch vielleicht erst einmal die Frage stellen, ob es da nicht vielleicht noch andere, natürlichere Erklärungen geben könnte.

Dem kann man eigentlich nur beipflichten, sollte dabei aber nicht so weit gehen, nun alles Außergewöhnliche natürlich erklären zu wollen. Denn das gerät mit Sicherheit auch schief! Es gibt zu viele Phänomene, die zu unwahrscheinlich oder außergewöhnlich sind, als da eine natürliche Erklärung ausreichend wäre. 
   Selbst Schopenhauer, nun wahrlich kein gottgläubiger Mensch, räumte ein: „Allein, wenn wir auf unseren zurückgelegten Lebensweg zurücksehen und besonders unsere unglücklichen Schritte nebst ihren Folgen ins Auge fassen; so begreifen wir oft nicht, wie wir dieses haben tun und jenes unterlassen können; so dass es aussieht, als hätte eine fremde Macht unsere Schritte gelenkt.“ Und er spricht sogar von einem gewissen Plan: „Man wird bei genauerer Beobachtung finden, dass in dem Leben der meisten Menschen sich ein gewisser Plan findet, der … ihnen gleichsam vorgezeichnet ist.“ 

Karl May äußerte sich zum gleichen Thema wie folgt: "Ich hege vielmehr die unerschütterliche Überzeugung, dass wir Menschen von der Hand des Allmächtigen geführt werden, ohne dessen Willen (eigentlich Wissen) - nach dem Wort der Heiligen Schrift - kein Haar von unserem Haupt fällt." 
   Und Goethe brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Der Mensch meint zu schieben und wird doch geschoben!“


Zumindest die drei letztgenannten Autoren verweisen auf eine deutlich erkennbare Lenkung im Leben der Menschen. Und dem kann ich eigentlich nur beipflichten. Selbst in den Jahren vor meinem Christsein sind einige so unwahrscheinliche und zielführende Zufälle geschehen, dass ich total verblüfft war. Intuitiv spürte ich, dass etwas Größeres sich dahinter verbarg. Aber ich dachte dann doch nicht weiter darüber nach. 

Ich möchte in dem Zusammenhang eine kleine Begebenheit aus meinem Leben erzählen. Es war während meines Studiums in den 80iger Jahren, als ich dringend eine neue Wohnung suchte. Und so ergab es sich, dass ich von einer Freundin einen Tipp erhielt: „Ruf doch mal bei Frau M. an. Ich habe gehört, dass in ihrem Haus eine Wohnung frei geworden ist und sie einen neuen Mieter sucht!“
  Ich kannte Frau M. von meinen Schachunterrichten her, und so bestand sicherlich eine gewisse Aussicht auf Erfolg. Aber am nächsten Morgen, einen Donnerstag, verspürte ich recht große Unlust, bei ihr anzurufen. Und so ließ ich die Sache bis zum Samstagmorgen schleifen.
   Aber an jenem Morgen verspürte ich auf einmal ein starkes inneres Drängen. Und obwohl ich dachte, dass es wahrscheinlich  schon zu spät sei, rief ich bei Frau M. an. Die schien überrascht und sagte nur: „Da haben sie aber Glück! Am besten kommen sie gleich vorbei und schauen sich die Wohnung an!“ Eine Stunde später saß ich in ihrem Wohnzimmer und unterschrieb den Mietvertrag.

Wie sich herausstellte, war der mich begünstigende Zufall immens. Frau M., eine 70 jährige Pensionärin, hatte nämlich mittwochs in einer auflagenstarken Düsseldorfer Zeitung inseriert und gleich mit dem ersten Anrufer einen Besichtigungstermin für samstags vereinbart. Den zahllosen weiteren Anrufern hatte sie immer die gleiche Botschaft zukommen lassen: „Nein, die Wohnung ist schon so gut wie vergeben!“
   Hätte ich, was eigentlich logisch gewesen wäre, direkt am Donnerstagmorgen angerufen, hätte sie mich ähnlich beschieden. Am Samstagmorgen hatte der erste Anrufer dann urplötzlich abgesagt, und kurz darauf hatte ich dann, auf ein inneres Drängen hin, angerufen. Um abschließend noch einmal Schopenhauer zu sinngemäß zu zitieren: „Eine gewisse scheinbar (lenkende) Absichtlichkeit ist unverkennbar!"
 
 Abschließend möchte ich ermutigen doch einmal das eigene Leben auf solche begünstigenden Zufälle hin zu untersuchen und sich die Frage zu stellen, ob das alles wirklich nur Zufall gewesen sein kann oder doch nicht Einiges, wenn nicht sogar alles, für eine Lenkung spricht.
    Eigentlich hätte ich an dieser Stelle gerne meinen kleinen Aufsatz beendet, aber leider kann und möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass der lenkende Zufall nicht zwingend einer göttlichen Quelle entspringen muss. Es - meiner Ansicht nach - auch eine satanische Macht gibt, die lenkend einwirken kann. Als literarisches Beispiel sei hier Goethes „Faust“ erwähnt.

Sonntag, 15. Juni 2014

Ein Tag im Leben kann alles verändern


Es war am Pfingstmontag 2014  gewesen, als ich am frühen Abend hinter dem Kölner Hauptbahnhof draußen im Cafeteriabereich saß und einen Kaffee trank. Der Himmel hatte sich bedenklich zugezogen und es wehte schon ein kräftiger Wind. Aber nichts Beunruhigendes.
    Plötzlich, von einer Sekunde auf die nächste, spürte ich von hinten eine heftige Windbö und blickte mich um. Im nächsten Moment kam ein großer Sonnenschirm auf mich zu und die schwere Hauptstange krachte knapp neben mir auf den Tisch. Auf der Terrasse brach Panik aus, ein orkanartiger Sturm hatte eingesetzt und ich flüchtete mit den meisten Anderen ins Cafe.
    In solchen Momenten handelt man mehr oder weniger instinktiv. Aber im Nachhinein habe ich mir schon die Frage gestellt, was passiert wäre, wenn mich die Stange am Kopf getroffen hätte. Möglicherweise wäre dieser Artikel niemals geschrieben worden.
 
Als ich am nächsten Morgen mein Hotel verließ und mich auf den Weg zur Uni machte, war ich etwas missmutig gestimmt. Alles herum erschien mir so profan und bedeutungslos. Plötzlich kam ein Satz in den Sinn: Every day in life can change everything. Überrascht blieb ich stehen und dachte: Ja, das stimmt!
    Wie ein Sonnenstrahl, der durch eine graue Wolkendecke bricht, erhellte dieser Gedanke mein Gemüt. Mag auch manches noch so trostlos und hoffnungslos im Leben erscheinen, gerade heute könnte der Tag sein, der dem Leben eine völlig neue Richtung gibt. Und es muss ja nicht gleich der "Himmel" sein, der einem in Form einer dicken Stange auf den Kopf fällt.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Wie real sind Nahtod-Erfahrungen?



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Die Anzahl der Berichte von Menschen, die in todesähnlichen Zuständen "außerkörperliche Erfahrungen" gemacht zu haben glauben, ist Legion und kulturübergreifend. Aber wie ist dieses Phänomen erklärbar? Sind es „Vorgauckelungen“ eines hyperaktiven Gehirns oder aber reale außer-körperliche Vorgänge?
   Um diese Kernfrage ein wenig näher zu beleuchten, möchte ich ein einziges oft geschildertes Detail herausgreifen. Im Zustand eines Herzstillstands oder zumindest in tiefer Bewusstlosigkeit haben Menschen es oft erlebt, dass sie ihren Körper verlassen haben, nach oben geschwebt sind und auf ihren ganzen Körper und die ganze Szenerie herabblicken konnten. Hier ein kleines Beispiel: (click 1) 
   
Eigentlich gibt es für solche vielfach bezeugten Erlebnisse nur eine einzige vernünftige Erklärung. Der Mensch ist eine Seele, die sich im Sterbevorgang aus dem Körper herauslöst. So wie es Menschen zu allen Zeiten auch "gewusst und geglaubt" haben.
  Gegen diese wirklich sehr naheliegende Erklärung laufen einige Naturwissenschaftler Sturm. Sie wollen nicht wahrhaben, dass der Mensch mehr ist als nur Materie. Sie machen starke „Hirnaktivitäten“ im Moment des Sterbens für die Out-of-Body-Experience verantwortlich.
   Nehmen wir eine solche intensive, kurzzeitige  "Hirnaktivität" im Moment des Todes einmal an. Aber dadurch sollten alle Wahrnehmungsvorgänge plötzlich ausgelagert werden, so dass man quasi wie von einer "Satellitenstation" aus alles beobachten und hören kann.  Eine wirklich abenteuerliche Vorstellung! So sieht es auch Prof. Walter van Laack(click 2)   

Weiteres Material:
a) Ein interessanter Artikel aus der "Welt":   Die Seele existiert weiter
b) Mann überlebt Flugzeugabsturz (Englisch):    Hell is real
c) Atheist bekehrt sich nach Nahtoderfahrung zum christlichen Glauben (Engisch):    One Experience in Life can change everything 
d) Ein Mann macht "Himmelserfahrungen" während eines Herzstillstandes:    90 Minuten im Himmel 
e) Ein ehemaliger Herzspezialist wurde zum Nahtoderforscher:   Piet van Lommel
f) Nahtoderfahrungen eines ehemals atheistischen Hirnexperten:   7 Tage im Koma






Montag, 26. Mai 2014

Ist der Hang zum Bösen angeboren?



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Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.  Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. (Römer 7)

In seinem Brief an die römische Gemeinde fasste der Apostel Paulus ganz „heißes Eisen“ an. Er beschäftigte sich mit dem Hang zum Bösen im Menschen und kam zu dem Schluss, dass der in ihm wohnt. Und ich denke, dass man Paulus nicht Unrecht tut wenn man sagt,dass er den Hang zum Bösen für angeboren hält.
Das ist natürlich eine sehr steile These, insbesondere wenn man sieht, dass nach Paulus dieser Hang zum Bösen immer wieder über das gute Wollen des Menschen die Oberhand gewinnt und somit das „Sündigen“ vorprogrammiert ist.

Ich kann mir vorstellen, dass spätestens nach meinem letzten Satz einige Humanisten aufgebracht „die Messer wetzen“ – was allerdings Paulus nur bestätigen würde - Aber lassen wir doch besser einmal die moderne Forschung zu Wort kommen.
Im Jahre 1961 wurde in den USA ein psychologisches Experiment durchgeführt, was unter den Namen Milgram-Experiment dann weltweites Aufsehen erregte. Im Wesentlichen ging es dabei darum die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.“ (WP)

      Konkret ging es darum, dass eine als „ Schüler“ agierende Person Wortpaare richtig zusammensetzen musste. Sobald da der erste Fehler geschah, hatte der „Lehrer“- die eigentliche Testperson – zur Bestrafung einen leichten Stromschlag zu versetzen. Bei jedem neuen Fehler wurde die Voltzahl erhöht, bis schließlich eine tödliche Dosis verabreicht werden sollte.
Wozu der Versuchsleiter bei Zögern des „Lehrers“ ausdrücklich aufforderte.
Natürlich war die ganze Versuchsanordnung ein Fake, denn es wurden keine wirklichen Stromstöße verabreicht, sondern dies der Testperson durch vorher abgesprochene Reaktionen des „Schülers“ (engagierte Schauspieler) vorgegauckelt:

Spannung
Reaktion des „Schülers“
75 V
Grunzen
120 V
Schmerzensschreie
150 V
Er sagt, dass er an dem Experiment nicht mehr teilnehmen will.
200 V
Schreie, „die das Blut in den Adern gefrieren lassen“.
300 V
Er lehnt es ab, zu antworten.
über 330 V
Stille

Das Ergebnis war eindeutig und erschreckend zugleich: 26 Personen gingen in diesem Fall bis zur maximalen Spannung von 450 Volt und nur 14 brachen vorher ab. Das ein Versuchsleiter bei zwischenzeitlichem Zögern mit Sätzen wie: „Das Experiment erfordert, dass Sie weitermachen!“ oder „Sie haben keine Wahl, Sie müssen weitermachen!“ sie unter Druck gesetzt hatte, kann man hier höchstens als mildernde Umstände gelten lassen.     
    Der Beweis war erbracht. Der Mensch neigt zur Autoritätshörigkeit, selbst wenn er in Konflikt mit seinem Gewissen gerät. Paulus hätte genickt und vermutlich gesagt: Das habe ich schon vorher gewusst!

Ähnliche Experimente hat es seitdem viele gegeben, unter anderem das
Stanford-Prison-Experiment bekannt wurde: http://youtu.be/sZwfNs1pqG0
und zu so dramatischen Exzessen führte, dass man das Experiment abbrechen musste, weil man schwere seelische und körperliche Schäden befürchtete. Hier wurde mehr oder weniger der Beweis erbracht, dass UMSTÄNDE fast zwangsläufig böse und völlig irrationale Verhaltensweisen erzeugen.
   Natürlich ist das Alles kein wirklich letzter Beweis, dass der
Hang zum Bösen angeboren ist. Aber es spricht doch Vieles dafür. Unter bestimmten Bedingungen und Umständen scheint sich das Böse „Bahn“ zu brechen, selbst bei an sich eher „gutartigen“ Menschen.

Samstag, 17. Mai 2014

Karl May: Über Zufall und Fügung

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Als ich letztens mit meinem Fahrrad am Rhein langfuhr, blies mir ein eisiger Ostwind ins Gesicht. Außerdem hatte ich nicht viel Zeit, denn ich wollte zu meinem Schachverein. Dennoch hielt ich an einem öffentlichen Bücherschrank an. Vielleicht ist ja wieder ein Buch "für mich" dabei, dachte ich
    Nach etwa einer Minute war ich noch nicht fündig geworden und kurz davor ohne "Fund" meine Fahrt fortzusetzen. Da fiel mein Blick auf:"Bei den Trümmern von Babylon - Karl May". Kurz entschlossen griff ich das Buch heraus und warf es in meinen Fahrradkorb. Dann ging`s weiter zum Schachverein.


Am folgenden Tag kam mir zuhause auf einmal das Karl-May-Buch wieder in den Sinn. Ich holte es aus meinem Rucksack und öffnete es. Eigentlich nur um mal kurz einen Blick hinein zu werfen, aber dann zog mich schon der erste Satz in den Bann: "Wie ich schon oft im Verlauf meiner Erzählungen getan habe, betone ich auch jetzt wieder, dass ich kein Anhänger der Lehre vom Zufall bin" Ein Satz wie ein Hammerschlag!
     In meiner Kindheit/Jugend habe ich an die sechzig Karl-May Bände gelesen, hauptsächlich der spannenden Geschichten wegen. Nun erkenne ich, dass da vielleicht noch etwas Anderes mich fasziniert haben könnte. "Ich hege vielmehr die unerschütterliche Überzeugung, daß wir Menschen von der Hand des Allmächtigen geführt werden, ohne dessen Willen (eigentlich Wissen) - nach dem Wort der Heiligen Schrift - kein Haar von unserem Haupt fällt."
    Den Geschichten Karl Mays war eine selbstverständliche, schlichte TRANSZENDENZ unterlegt, wie man sie heute nur noch selten antrifft. Karl May "schämte" sich seines Glaubens nicht! Er ließ es seine Leser wissen und rechnete durchaus mit Gegnerchaft: "Die sich von dieser Hand (Gottes) losgerissen haben, ihre eigenen Wege wandeln und eine höhere Fügung leugnen, können mich in meiner Überzeugung nicht irre machen."
    Was machte Karl May so sicher? "Meine ERFAHRUNGEN stehen mir höher als die Behauptungen von meinetwegen sehr gelehrten Leuten, die nur deshalb den Einfluß der himmlischen Vorsehung nicht merken, weil sie auf ihn verzichtet haben." Da spüre ich den "Seelenverwandten". Auch mir gelten meine ERFAHRUNGEN mehr als irgendwelche BEHAUPTUNGEN anderer Menschen. Und meine ERFAHRUNGEN führen zur gleichen Erkenntnis wie bei Karl May, einem der großén deutschen Volksschriftsteller.


Eigentlich könnte ich hier meine kleinen Essay beenden, aber ich finde es schön, wie Karl May vom Allgemeinen dann zum Konkreten kommt: "Es ist mir oft vorgekommen, dass ein um viele Jahre zurückliegendes, in sich unbedeutendes Ereignis,... bestimmend in mein Handeln eingriff, dass ich nur als geistig Blinder hätte behaupten können, mir seien meine damaligen Gedanken und Entschlüsse von einem Zufall eingegeben worden."
    Solche präzisen, lebenslenkenden FÜGUNGEN kenne ich nur zu gut. Ich habe sie unzählige Male erlebt. Das zu leugnen hieße meinem Verstand und Herzen Gewalt anzutun. Da möchte ich doch lieber weiter auf den Spuren Karl Mays wandern und von meinen ERFAHRUNGEN zeugen. Auch wenn ich dem ein oder Anderen/der ein oder Anderen damit auf die Nerven gehen sollte.
     Bleibt zum Schluss die Frage: War es nun Zufall oder Fügung, dass ich jenes Buch aus dem Bücherschrank herausgegriffen habe? Diese Frage möge sich jeder selber beantworten.

Dienstag, 6. Mai 2014

Vom flüchtigen Glück des Augenblicks




Albert Camus, der französische Philosoph und Schriftsteller, war ähnlich wie Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass es keinen Gott und kein Leben nach dem Tode gäbe. Das Leben somit an sich absurd und sinnlos sei.
   Während Nietzsche in der Konsequenz den amoralischen Übermenschen forderte, gab sich Camus da durchaus bescheidener. Er empfahl das Glück im Augenblick und im einfachen Leben zu suchen. Für ihn hatte das Leben nichts Besseres zu bieten.

Ich kann nicht verhehlen, dass die camussche Empfehlung auch für mich einen gewissen Charme hat. Das einfache Leben und das „Glück des Augenblicks“ habe ich in meiner Kindheit kennen gelernt und in späteren Jahren manchmal schmerzlich vermisst.
  Aber gleichzeitig möchte ich doch anmerken, dass Camus da für meine Begriffe zu „bescheiden“ war. Das Leben hat – meiner Ansicht nach – mehr zu bieten als das nur „Glück des Augenblicks im Einfachen“. Meiner Erfahrung und Überzeugung nach stimmte seine Prämisse nicht. Für mich ist das Leben nicht absurd und sinnlos, gibt es einen Gott und ein erreichbares Leben nach dem Tode. 

Camus eigener Tod allerdings war nicht ohne eine gewisse nachdenklich stimmende Tragik. Er soll einmal gesagt haben: „Das Leben an sich ist absurd. Und das Absurdeste ist der Tod durch einen Autounfall. Plötzlich und unerwartet.“ Genauso aber kam er ums Leben. Am Nachmittag des 4. Januar 1960 starb Camus bei einem Autounfall auf einer Fahrt nach Paris.
   Der von Michel Gallimard, einem Neffen von Camus’ Verleger, gelenkte Wagen kam ins Schleudern und prallte mit der rechten Seite gegen einen Baum. Camus war sofort tot, der Fahrer überlebte. Besonders tragisch auch deshalb: Camus hatte sich von Gallimard zu der Fahrt überreden lassen, obwohl er bereits eine Bahnfahrkarte nach Paris gelöst hatte.“

Nun könnte man ja sagen: Nun gut, wenn es denn tatsächlich ein Leben nach dem Tode gibt, so geht es doch sowieso auf der anderen Seite weiter. Dann ist es doch egal wie man hier im Diesseits gelebt hat. Gemäß der Bibel allerdings verhalten sich da die Dinge doch etwas anders. Da ist der Glaube an Jesus die Voraussetzung für ein ewiges Leben an einem himmlischen Orte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird … in Ewigkeit nicht sterben (Johannes 11,25 + 26)

Sonntag, 27. April 2014

Der Rat einer Nonne



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Ich hatte mir gerade eine Tasse Kaffee in der Bahnhofskneipe geholt und blickte mich draußen suchend um. Aber die Tischen waren alle besetzt. Kein Wunder, an einem so schönen Sommertag wie heute! dachte ich. Doch plötzlich sah ich einen Tisch, an dem nur eine einzelne Person saß. Eine Frau in Nonnentracht! 

Ich bewegte mich in Richtung des Tisches und fragte dann: „Entschuldigung, ist der Platz noch frei?“ Eine Frau mittleren Alters schaute mich freundlich an und sagte: „Aber ja! Bitte, setzen Sie sich!“ Und so setzte ich mich ihr gegenüber und begann darüber nachzudenken, dass dies doch jetzt wohl kein Zufall sein konnte. Aber was war der Auftrag? Was sollte ich ihr sagen?                                

Nun muss ich dazu sagen, dass ich damals in der Bremer Zeit gewohnt war, dass mir Menschen, teilweise auf recht ungewöhnliche Weise,  in den Weg gestellt oder zugeführt wurden, denen ich dann meist vom Glauben erzählt hatte. Aber der Nonne, was sollte ich ihr denn erzählen? Sie war doch schon gläubig. Oder etwa nicht? Ich sprach sie an: „Sind Sie auf der Durchreise?“                                                                                             

Wir kamen ins Gespräch und tatsächlich, wie ihr Koffer schon hatte vermuten lassen, machte sie nur einen Zwischenstopp in Bremen . Ich erzählte ihr ein wenig von meiner Bekehrung, meinem Bibelschulaufenthalt und meinen missionarischen Aktivitäten. Sie hatte freundlich blickend zugehört, stand aber nun auf: „Es tut mir leid, ich hätte Ihnen noch gerne weiter zugehört. Aber ich muss zum Zug!“                                                      

Sie hatte den Rollkoffer schon an der Hand als sie sagte: „Darf ich Ihnen noch einen Rat geben?“ Ich schaute sie erstaunt an. „Ja, natürlich!“ Sie schaute mich ernst an: „Bleiben Sie so gehorsam Jesus gegenüber. Folgen Sie dem Weg, den er Sie führt. Nur in Ihm und seinem Willen sind Sie wirklich gesichert!“

Als ich wenig später alleine am Tisch saß und über ihren seltsamen Rat nachdachte, begann ich langsam zu begreifen. Nicht ich hatte einen Auftrag gehabt, sondern die Nonne. Diese Begegnung war gefügt worden, weil mir eine Botschaft zustellt werden sollte. Und ich muss sagen, dass es mir in den späteren Jahren noch manches Mal Trost und/oder Ermahnung gewesen ist.