Freitag, 12. September 2014
Über die Notwendigkeit des Sinnsuchens
Gelegentlich bin ich der Auffassung begegnet, dass es eigentlich keinen Sinn mache, groß über den Sinn des Lebens nachzudenken. Wenn es ihn tatsächlich geben sollte, bliebe er uns sowieso verborgen. Stattdessen wäre es am sinnvollsten, einfach zu leben.
Ich persönlich finde aber den Ansatz des Aristoteles interessanter. Der besagt nämlich, dass die menschliche Fähigkeit über das Leben nachdenken zu können gleichzeitig eine dem Menschen gestellte Aufgabe ist. Er leitet diesen Gedanken quasi aus der Tier- und Pflanzenwelt ab. Dort sind die angeborenen Mittel und Fähigkeiten gekoppelt mit ihrer Ausübung. Ein Adler, der Flügel und „Greifer“ hat, würde an seiner Bestimmung vorbeileben und verhungern, wenn er nicht auch Beides zur Anwendung bringen würde. Auch ein Apfelbaum, der keine Äpfel hervorbringen würde, würde seiner naturgegeben Bestimmung nicht gerecht.
Wenn dem Menschen die Erkenntnisfähigkeit also wirklich innewohnt, und wer wollte dies bezweifeln, so sollte er sie auch anwenden. Letztlich wohl auch mit dem Ziel, um mit Goethes Faust zu sprechen, zu erkennen „was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.“ In diesem Sinne ist es letztlich egal, ob Suche nach dem letzten Sinn, der absoluten Wahrheit zu einem Ergebnis führt oder nicht. Der Mensch muss, will er sich und seine angeborenen Fähigkeiten nicht verleugnen, zum Forscher und Wahrheitssucher werden.
Und dies muss nicht erfolglos verlaufen. Um im Bilde zu bleiben: Wenn der Adler mit seinen angeborenen Fähigkeiten auch tatsächlich Beute macht, warum sollte der Mensch nicht auch erkennen können, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält!? Mehr zu diesem Thema kann man auf meiner Homepage lesen. Durch dramatische Erlebnisse bin ich 1985 zum christlichen Glauben gekommen. In „Im Banne des Bösen“ habe ich sie niedergeschrieben. Viel Spaß und persönlichen Gewinn beim Lesen der Geschichte: Im Banne ...
Montag, 11. August 2014
Nicolaus von Cues: Die Notwendigkeit einer Offenbarung Gottes
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Nicolaus von Cues war ein bedeutender Kirchenmann des 15. Jahrhunderts. Aber er war auch ein bedeutender Philosoph. So hat er den Menschen als einen „wissenden Nichtwissenden“ bezeichnet. Wie aber ist das zu verstehen?
Nach Cusanus ist der Mensch von Natur aus aber auch in seinem Denken der Endlichkeit unterworfen. Er kann sich weder das „größte Größte noch das „größste Kleinste“ vorstellen. Damit ist seine eingeschränkte Erkenntnisfähigkeit offenbar. Er kann nur innerhalb eines endlichen Rahmens Wissen mehren, aber mit der Möglichkeit des IRRTUMS, da er das große Ganze, die Gesamtwirklichkeit, nicht kennt.
Und da nun kommt Gott für ihn ins Spiel. ER ist für Cusanus der Urgrund alles Seins, die absolute Wahrheit, die alles durchdringende Wirklichkeit. Zu der aber der endliche Mensch trotz Vernunft und Bemühens nicht von sich aus vordringen kann. Der Weg von unten nach oben ist blockiert, alle aufgestellte Himmelsleitern waren/sind ein eher kläglicher Versuch, Gott zu beweisen oder finden zu wollen. Es ist vergebens!
Aber an diesem Punkt tiefster Resignation und Hoffnungslosigkeit schwenkt Cusanus plötzlich um: „Wenn alle menschliche Initiative versagt kommt es einzig und alleine auf die Initiative Gottes an. Alle Möglichkeit, mit Gott in Berührung zu kommen, entspringt dessen ureigenster OFFENBARUNG.“
Die Offenbarung Gottes, und nur sie, führt nach Cusanus zur Erkenntnis der eigentlichen WAHRHEIT. Und die wird nicht jedem zuteil: „Gott ist verhüllt vor den Augen aller Weisen, aber er offenbart sich den Kleinen oder Demütigen, denen er Gnade schenkt!“
Was Cusanus hier als des Menschen höchsten Sinn und Ziel beschreibt, also die empfangene GOTTESOFFENBARUNG, entspricht in etwa auch meiner persönlichen Überzeugung. Wurde mir doch 1985, nach vielem vergeblichen Herumirren, eine solche OFFENBARUNG GOTTES zuteil. Seit jener Zeit bin ich Christ.
Persönlich denke ich, den SINN des Lebens gefunden zu haben. Die Erlebnisse der damaligen Zeit, die am Ende in jener Offenbarung Gottes und meinem CHRISTSEIN mündeten, habe ich in einem Buch niedergeschrieben, was frei und kostenlos zugänglich ist:
Sonntag, 6. Juli 2014
Von der Absichtlichkeit des Zufalls im Leben des Einzelnen
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In seinem Buch „Der Zufall und das Schicksal“ (1950) schreibt Wilhelm von Scholz: „Es ist immer sehr leicht und sehr unwissenschaftlich, immer gleich das Eingreifen einer höchsten Macht und ihrer Absichten als Erklärung zur Hand zu haben, wo eine Absichtlichkeit in den Geschehnissen zu walten scheint.“ Der Autor warnte hier also davor, allzu leichtfertig mit der Annahme eines göttlichen Wirkens bei ungewöhnlichen Zufällen oder Geschehnissen zu sein. Man sollte sich doch vielleicht erst einmal die Frage stellen, ob es da nicht vielleicht noch andere, natürlichere Erklärungen geben könnte.
Dem kann man eigentlich nur beipflichten, sollte dabei aber nicht so weit gehen, nun alles Außergewöhnliche natürlich erklären zu wollen. Denn das gerät mit Sicherheit auch schief! Es gibt zu viele Phänomene, die zu unwahrscheinlich oder außergewöhnlich sind, als da eine natürliche Erklärung ausreichend wäre.
Selbst Schopenhauer, nun wahrlich kein gottgläubiger Mensch, räumte ein: „Allein, wenn wir auf unseren zurückgelegten Lebensweg zurücksehen und besonders unsere unglücklichen Schritte nebst ihren Folgen ins Auge fassen; so begreifen wir oft nicht, wie wir dieses haben tun und jenes unterlassen können; so dass es aussieht, als hätte eine fremde Macht unsere Schritte gelenkt.“ Und er spricht sogar von einem gewissen Plan: „Man wird bei genauerer Beobachtung finden, dass in dem Leben der meisten Menschen sich ein gewisser Plan findet, der … ihnen gleichsam vorgezeichnet ist.“
Karl May äußerte sich zum gleichen Thema wie folgt: "Ich hege vielmehr die unerschütterliche Überzeugung, dass wir Menschen von der Hand des Allmächtigen geführt werden, ohne dessen Willen (eigentlich Wissen) - nach dem Wort der Heiligen Schrift - kein Haar von unserem Haupt fällt."
Und Goethe brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Der Mensch meint zu schieben und wird doch geschoben!“
Zumindest die drei letztgenannten Autoren verweisen auf eine deutlich erkennbare Lenkung im Leben der Menschen. Und dem kann ich eigentlich nur beipflichten. Selbst in den Jahren vor meinem Christsein sind einige so unwahrscheinliche und zielführende Zufälle geschehen, dass ich total verblüfft war. Intuitiv spürte ich, dass etwas Größeres sich dahinter verbarg. Aber ich dachte dann doch nicht weiter darüber nach.
Ich möchte in dem Zusammenhang eine kleine Begebenheit aus meinem Leben erzählen. Es war während meines Studiums in den 80iger Jahren, als ich dringend eine neue Wohnung suchte. Und so ergab es sich, dass ich von einer Freundin einen Tipp erhielt: „Ruf doch mal bei Frau M. an. Ich habe gehört, dass in ihrem Haus eine Wohnung frei geworden ist und sie einen neuen Mieter sucht!“
Ich kannte Frau M. von meinen Schachunterrichten her, und so bestand sicherlich eine gewisse Aussicht auf Erfolg. Aber am nächsten Morgen, einen Donnerstag, verspürte ich recht große Unlust, bei ihr anzurufen. Und so ließ ich die Sache bis zum Samstagmorgen schleifen.
Aber an jenem Morgen verspürte ich auf einmal ein starkes inneres Drängen. Und obwohl ich dachte, dass es wahrscheinlich schon zu spät sei, rief ich bei Frau M. an. Die schien überrascht und sagte nur: „Da haben sie aber Glück! Am besten kommen sie gleich vorbei und schauen sich die Wohnung an!“ Eine Stunde später saß ich in ihrem Wohnzimmer und unterschrieb den Mietvertrag.
Wie sich herausstellte, war der mich begünstigende Zufall immens. Frau M., eine 70 jährige Pensionärin, hatte nämlich mittwochs in einer auflagenstarken Düsseldorfer Zeitung inseriert und gleich mit dem ersten Anrufer einen Besichtigungstermin für samstags vereinbart. Den zahllosen weiteren Anrufern hatte sie immer die gleiche Botschaft zukommen lassen: „Nein, die Wohnung ist schon so gut wie vergeben!“
Hätte ich, was eigentlich logisch gewesen wäre, direkt am Donnerstagmorgen angerufen, hätte sie mich ähnlich beschieden. Am Samstagmorgen hatte der erste Anrufer dann urplötzlich abgesagt, und kurz darauf hatte ich dann, auf ein inneres Drängen hin, angerufen. Um abschließend noch einmal Schopenhauer zu sinngemäß zu zitieren: „Eine gewisse scheinbar (lenkende) Absichtlichkeit ist unverkennbar!"
Abschließend möchte ich ermutigen doch einmal das eigene Leben auf solche begünstigenden Zufälle hin zu untersuchen und sich die Frage zu stellen, ob das alles wirklich nur Zufall gewesen sein kann oder doch nicht Einiges, wenn nicht sogar alles, für eine Lenkung spricht.
Eigentlich hätte ich an dieser Stelle gerne meinen kleinen Aufsatz beendet, aber leider kann und möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass der lenkende Zufall nicht zwingend einer göttlichen Quelle entspringen muss. Es - meiner Ansicht nach - auch eine satanische Macht gibt, die lenkend einwirken kann. Als literarisches Beispiel sei hier Goethes „Faust“ erwähnt.
Sonntag, 15. Juni 2014
Ein Tag im Leben kann alles verändern
Es war am Pfingstmontag 2014 gewesen, als ich am frühen Abend hinter dem Kölner Hauptbahnhof draußen im Cafeteriabereich saß und einen Kaffee trank. Der Himmel hatte sich bedenklich zugezogen und es wehte schon ein kräftiger Wind. Aber nichts Beunruhigendes.
Plötzlich, von einer Sekunde auf die nächste, spürte ich von hinten eine heftige Windbö und blickte mich um. Im nächsten Moment kam ein großer Sonnenschirm auf mich zu und die schwere Hauptstange krachte knapp neben mir auf den Tisch. Auf der Terrasse brach Panik aus, ein orkanartiger Sturm hatte eingesetzt und ich flüchtete mit den meisten Anderen ins Cafe.
In solchen Momenten handelt man mehr oder weniger instinktiv. Aber im Nachhinein habe ich mir schon die Frage gestellt, was passiert wäre, wenn mich die Stange am Kopf getroffen hätte. Möglicherweise wäre dieser Artikel niemals geschrieben worden.
Als ich am nächsten Morgen mein Hotel verließ und mich auf den Weg zur Uni machte, war ich etwas missmutig gestimmt. Alles herum erschien mir so profan und bedeutungslos. Plötzlich kam ein Satz in den Sinn: Every day in life can change everything. Überrascht blieb ich stehen und dachte: Ja, das stimmt!
Wie ein Sonnenstrahl, der durch eine graue Wolkendecke bricht, erhellte dieser Gedanke mein Gemüt. Mag auch manches noch so trostlos und hoffnungslos im Leben erscheinen, gerade heute könnte der Tag sein, der dem Leben eine völlig neue Richtung gibt. Und es muss ja nicht gleich der "Himmel" sein, der einem in Form einer dicken Stange auf den Kopf fällt.
Donnerstag, 29. Mai 2014
Wie real sind Nahtod-Erfahrungen?
Das Foto ist von hier
Die
Anzahl der Berichte von Menschen, die in todesähnlichen Zuständen
"außerkörperliche Erfahrungen" gemacht zu haben glauben, ist Legion und
kulturübergreifend. Aber wie ist dieses Phänomen erklärbar? Sind es
„Vorgauckelungen“ eines hyperaktiven Gehirns oder
aber reale außer-körperliche Vorgänge?
Um diese Kernfrage ein wenig näher zu beleuchten, möchte ich ein einziges oft geschildertes Detail herausgreifen. Im Zustand eines Herzstillstands oder zumindest in tiefer Bewusstlosigkeit haben Menschen es oft erlebt, dass sie ihren Körper verlassen haben, nach oben geschwebt sind und auf ihren ganzen Körper und die ganze Szenerie herabblicken konnten. Hier ein kleines Beispiel: (click 1)
Um diese Kernfrage ein wenig näher zu beleuchten, möchte ich ein einziges oft geschildertes Detail herausgreifen. Im Zustand eines Herzstillstands oder zumindest in tiefer Bewusstlosigkeit haben Menschen es oft erlebt, dass sie ihren Körper verlassen haben, nach oben geschwebt sind und auf ihren ganzen Körper und die ganze Szenerie herabblicken konnten. Hier ein kleines Beispiel: (click 1)
Eigentlich gibt es für solche vielfach bezeugten Erlebnisse nur eine einzige vernünftige Erklärung. Der Mensch ist eine Seele, die sich im Sterbevorgang aus dem Körper herauslöst. So wie es Menschen zu allen Zeiten auch "gewusst und geglaubt" haben.
Gegen diese wirklich sehr naheliegende Erklärung laufen einige Naturwissenschaftler Sturm. Sie wollen nicht wahrhaben, dass der Mensch mehr ist als nur Materie. Sie machen starke „Hirnaktivitäten“ im Moment des Sterbens für die Out-of-Body-Experience verantwortlich.
Nehmen wir eine solche intensive, kurzzeitige "Hirnaktivität" im Moment des Todes einmal an. Aber dadurch sollten alle Wahrnehmungsvorgänge plötzlich ausgelagert werden, so dass man quasi wie von einer "Satellitenstation" aus alles beobachten und hören kann. Eine wirklich abenteuerliche Vorstellung! So sieht es auch Prof. Walter van Laack: (click 2)
Weiteres Material:
a) Ein interessanter Artikel aus der "Welt": Die Seele existiert weiter
b) Mann überlebt Flugzeugabsturz (Englisch): Hell is real
c) Atheist bekehrt sich nach Nahtoderfahrung zum christlichen Glauben (Engisch): One Experience in Life can change everything
d) Ein Mann macht "Himmelserfahrungen" während eines Herzstillstandes: 90 Minuten im Himmel
e) Ein ehemaliger Herzspezialist wurde zum Nahtoderforscher: Piet van Lommel
f) Nahtoderfahrungen eines ehemals atheistischen Hirnexperten: 7 Tage im Koma
Montag, 26. Mai 2014
Ist der Hang zum Bösen angeboren?
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Denn
das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das
ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber das,
was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern
die in mir wohnende Sünde. (Römer
7)
In seinem Brief an die römische Gemeinde fasste der Apostel Paulus ganz „heißes Eisen“ an. Er beschäftigte sich mit dem Hang zum Bösen im Menschen und kam zu dem Schluss, dass der in ihm wohnt. Und ich denke, dass man Paulus nicht Unrecht tut wenn man sagt,dass er den Hang zum Bösen für angeboren hält.
In seinem Brief an die römische Gemeinde fasste der Apostel Paulus ganz „heißes Eisen“ an. Er beschäftigte sich mit dem Hang zum Bösen im Menschen und kam zu dem Schluss, dass der in ihm wohnt. Und ich denke, dass man Paulus nicht Unrecht tut wenn man sagt,dass er den Hang zum Bösen für angeboren hält.
Das
ist natürlich eine sehr steile These, insbesondere wenn man sieht,
dass nach Paulus dieser Hang zum Bösen immer wieder über das gute
Wollen des Menschen die Oberhand gewinnt und somit das „Sündigen“
vorprogrammiert ist.
Ich kann mir vorstellen, dass spätestens nach meinem letzten Satz einige Humanisten aufgebracht „die Messer wetzen“ – was allerdings Paulus nur bestätigen würde - Aber lassen wir doch besser einmal die moderne Forschung zu Wort kommen.
Ich kann mir vorstellen, dass spätestens nach meinem letzten Satz einige Humanisten aufgebracht „die Messer wetzen“ – was allerdings Paulus nur bestätigen würde - Aber lassen wir doch besser einmal die moderne Forschung zu Wort kommen.
Im
Jahre 1961 wurde in den USA ein psychologisches
Experiment
durchgeführt, was unter den Namen Milgram-Experiment
dann
weltweites Aufsehen erregte. Im Wesentlichen ging es dabei darum „die
Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären
Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem
Widerspruch zu ihrem Gewissen
stehen.“ (WP)
Konkret
ging es darum, dass eine als „ Schüler“ agierende Person
Wortpaare richtig zusammensetzen musste. Sobald da der erste Fehler
geschah, hatte der „Lehrer“- die eigentliche Testperson – zur
Bestrafung einen leichten Stromschlag zu versetzen. Bei jedem neuen
Fehler wurde die Voltzahl erhöht, bis schließlich eine tödliche
Dosis verabreicht werden sollte.
Wozu
der Versuchsleiter bei Zögern des „Lehrers“ ausdrücklich
aufforderte.
Natürlich
war die ganze Versuchsanordnung ein Fake,
denn es wurden keine wirklichen Stromstöße verabreicht, sondern
dies der Testperson durch vorher abgesprochene Reaktionen des
„Schülers“ (engagierte Schauspieler) vorgegauckelt:
|
Spannung |
Reaktion des
„Schülers“ |
|---|---|
|
75 V |
Grunzen |
|
120 V |
Schmerzensschreie |
|
150 V |
Er sagt, dass er an
dem Experiment nicht mehr teilnehmen will. |
|
200 V |
Schreie, „die das
Blut in den Adern gefrieren lassen“. |
|
300 V |
Er lehnt es ab, zu
antworten. |
|
über 330 V |
Stille |
Das
Ergebnis war eindeutig und erschreckend zugleich: 26
Personen gingen in diesem Fall bis zur maximalen Spannung von 450
Volt und nur 14 brachen vorher ab. Das
ein Versuchsleiter bei zwischenzeitlichem Zögern mit Sätzen wie:
„Das Experiment erfordert, dass Sie weitermachen!“ oder „Sie
haben keine Wahl, Sie müssen weitermachen!“ sie unter Druck
gesetzt hatte, kann man hier höchstens als mildernde Umstände
gelten lassen.
Der Beweis war erbracht. Der Mensch neigt zur Autoritätshörigkeit, selbst wenn er in Konflikt mit seinem Gewissen gerät. Paulus hätte genickt und vermutlich gesagt: Das habe ich schon vorher gewusst!
Ähnliche Experimente hat es seitdem viele gegeben, unter anderem das Stanford-Prison-Experiment bekannt wurde: http://youtu.be/sZwfNs1pqG0
Der Beweis war erbracht. Der Mensch neigt zur Autoritätshörigkeit, selbst wenn er in Konflikt mit seinem Gewissen gerät. Paulus hätte genickt und vermutlich gesagt: Das habe ich schon vorher gewusst!
Ähnliche Experimente hat es seitdem viele gegeben, unter anderem das Stanford-Prison-Experiment bekannt wurde: http://youtu.be/sZwfNs1pqG0
und
zu so dramatischen Exzessen führte, dass man das Experiment
abbrechen musste, weil man schwere seelische und körperliche Schäden
befürchtete. Hier wurde mehr oder weniger der Beweis erbracht, dass
UMSTÄNDE fast zwangsläufig böse und völlig irrationale
Verhaltensweisen erzeugen.
Natürlich ist das Alles kein wirklich letzter Beweis, dass der Hang zum Bösen angeboren ist. Aber es spricht doch Vieles dafür. Unter bestimmten Bedingungen und Umständen scheint sich das Böse „Bahn“ zu brechen, selbst bei an sich eher „gutartigen“ Menschen.
Natürlich ist das Alles kein wirklich letzter Beweis, dass der Hang zum Bösen angeboren ist. Aber es spricht doch Vieles dafür. Unter bestimmten Bedingungen und Umständen scheint sich das Böse „Bahn“ zu brechen, selbst bei an sich eher „gutartigen“ Menschen.
Samstag, 17. Mai 2014
Karl May: Über Zufall und Fügung
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Als ich letztens mit meinem Fahrrad am Rhein langfuhr, blies mir ein eisiger Ostwind ins Gesicht. Außerdem hatte ich nicht viel Zeit, denn ich wollte zu meinem Schachverein. Dennoch hielt ich an einem öffentlichen Bücherschrank an. Vielleicht ist ja wieder ein Buch "für mich" dabei, dachte ich
Nach etwa einer Minute war ich noch nicht fündig geworden und kurz davor ohne "Fund" meine Fahrt fortzusetzen. Da fiel mein Blick auf:"Bei den Trümmern von Babylon - Karl May". Kurz entschlossen griff ich das Buch heraus und warf es in meinen Fahrradkorb. Dann ging`s weiter zum Schachverein.
Am folgenden Tag kam mir zuhause auf einmal das Karl-May-Buch wieder in den Sinn. Ich holte es aus meinem Rucksack und öffnete es. Eigentlich nur um mal kurz einen Blick hinein zu werfen, aber dann zog mich schon der erste Satz in den Bann: "Wie ich schon oft im Verlauf meiner Erzählungen getan habe, betone ich auch jetzt wieder, dass ich kein Anhänger der Lehre vom Zufall bin" Ein Satz wie ein Hammerschlag!
In meiner Kindheit/Jugend habe ich an die sechzig Karl-May Bände gelesen, hauptsächlich der spannenden Geschichten wegen. Nun erkenne ich, dass da vielleicht noch etwas Anderes mich fasziniert haben könnte. "Ich hege vielmehr die unerschütterliche Überzeugung, daß wir Menschen von der Hand des Allmächtigen geführt werden, ohne dessen Willen (eigentlich Wissen) - nach dem Wort der Heiligen Schrift - kein Haar von unserem Haupt fällt."
Den Geschichten Karl Mays war eine selbstverständliche, schlichte TRANSZENDENZ unterlegt, wie man sie heute nur noch selten antrifft. Karl May "schämte" sich seines Glaubens nicht! Er ließ es seine Leser wissen und rechnete durchaus mit Gegnerchaft: "Die sich von dieser Hand (Gottes) losgerissen haben, ihre eigenen Wege wandeln und eine höhere Fügung leugnen, können mich in meiner Überzeugung nicht irre machen."
Was machte Karl May so sicher? "Meine ERFAHRUNGEN stehen mir höher als die Behauptungen von meinetwegen sehr gelehrten Leuten, die nur deshalb den Einfluß der himmlischen Vorsehung nicht merken, weil sie auf ihn verzichtet haben." Da spüre ich den "Seelenverwandten". Auch mir gelten meine ERFAHRUNGEN mehr als irgendwelche BEHAUPTUNGEN anderer Menschen. Und meine ERFAHRUNGEN führen zur gleichen Erkenntnis wie bei Karl May, einem der großén deutschen Volksschriftsteller.
Eigentlich könnte ich hier meine kleinen Essay beenden, aber ich finde es schön, wie Karl May vom Allgemeinen dann zum Konkreten kommt: "Es ist mir oft vorgekommen, dass ein um viele Jahre zurückliegendes, in sich unbedeutendes Ereignis,... bestimmend in mein Handeln eingriff, dass ich nur als geistig Blinder hätte behaupten können, mir seien meine damaligen Gedanken und Entschlüsse von einem Zufall eingegeben worden."
Solche präzisen, lebenslenkenden FÜGUNGEN kenne ich nur zu gut. Ich habe sie unzählige Male erlebt. Das zu leugnen hieße meinem Verstand und Herzen Gewalt anzutun. Da möchte ich doch lieber weiter auf den Spuren Karl Mays wandern und von meinen ERFAHRUNGEN zeugen. Auch wenn ich dem ein oder Anderen/der ein oder Anderen damit auf die Nerven gehen sollte.
Bleibt zum Schluss die Frage: War es nun Zufall oder Fügung, dass ich jenes Buch aus dem Bücherschrank herausgegriffen habe? Diese Frage möge sich jeder selber beantworten.
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